Das Muster kennen wir aus vielen Erstgesprächen: Standort A hat „das cobra", Standort B eine Excel-Liste, Standort C pflegt eine eigene Datenbank – und derselbe Kunde wird von zwei Niederlassungen mit widersprüchlichen Angeboten angeschrieben. Die Lösung ist immer dieselbe: ein zentraler Datenbestand. Die spannende Frage ist, wie die Standorte darauf zugreifen. Dafür gibt es vier bewährte Modelle – und einen Irrweg.
Modell 1: Terminalserver im eigenen Haus
Der Klassiker, und in den meisten Projekten unsere Empfehlung: cobra läuft zentral auf einem Terminalserver (Remote Desktop Services oder Citrix), alle Standorte arbeiten per Remote-Sitzung darauf. cobra ist in solchen Umgebungen seit Jahrzehnten zu Hause – mehr dazu im Beitrag cobra & Windows.
- Vorteile: ein Server, eine Datenbank, ein Wartungspunkt; volle Performance auch über dünne Leitungen; neue Standorte sind in Minuten angebunden
- Voraussetzung: jemand betreibt den Server – Updates, Backups, Monitoring
- Zu beachten: Telefonie-Anbindung im Terminalserver klassisch per TAPI oft zickig – hier ist PhoneMondo die stabilere Wahl
Modell 2: Gehostete Desktop-Umgebung
Dieselbe Technik, nur betreibt sie jemand anderes: cobra läuft auf einem Terminalserver im Rechenzentrum, Ihre Standorte melden sich per Remote-Desktop an. Für Unternehmen ohne eigene Serverlandschaft ist das der praktikabelste Weg, die volle Classic-Funktionalität inklusive aller Zusatzmodule zu nutzen.
Achtung, Termin: Die cobra Remote-Desktop-Cloud und die Premium-Remote-Desktop-Cloud des Herstellers entfallen zum 01.10.2026. Wer sie heute nutzt, braucht eine Alternative. Wir richten die Umgebung gemeinsam mit unserem Tochterunternehmen nice-IT neu ein – wahlweise in der Terra Wortmann Cloud (deutsche Rechenzentren) oder in Microsoft Azure. Alles dazu unter cobra hosten lassen.
Modell 3: cobra CRM Cloud
Wenn Sie neu anfangen und keine gewachsene Classic-Installation mitbringen, ist die cobra CRM Cloud das unkomplizierteste Modell: Zugriff aus jedem Standort und aus dem Homeoffice, kein Serverbetrieb, planbare Kosten pro Nutzer. Wichtig zu wissen – es ist ein anderes Produkt auf anderer Technologie, kein gehostetes Classic. Ansichten, Zusatztabellen und Zusatzmodule aus einer bestehenden Installation kommen nicht mit. Die Abwägung liefert Cloud oder On-Premise?
Modell 4: SQL-Replikation
Wenn Standorte eigenständig arbeiten müssen – etwa bei unzuverlässiger Anbindung oder organisatorisch getrennten Einheiten – hält jeder Standort eine eigene Datenbank, und die Replikation gleicht die Bestände ab (in der Classic-Welt ab CRM PLUS verfügbar, auch für mobile Benutzer mit Offline-Bedarf). Ehrliche Einordnung: Replikation ist das mächtigste, aber auch das pflegeintensivste Modell – Feldauswahl, Konfliktregeln und Abgleichfenster wollen sauber konzipiert sein. Wir setzen sie gezielt ein, nicht als Standard.
Der Irrweg: SQL direkt übers VPN
Der naheliegende Gedanke „wir verbinden Standort B einfach per VPN mit dem SQL-Server" scheitert in der Praxis fast immer an der Latenz – cobra fühlt sich dann zäh an, und die Schuld bekommt die Software. Bevor Sie diesen Weg gehen: Sprechen Sie mit uns, eines der vier Modelle oben passt praktisch immer besser.
Und die Daten der Standorte?
Das Betriebsmodell ist die halbe Miete – die andere Hälfte ist die Zusammenführung der Bestände: Dubletten zwischen den Standorten, unterschiedliche Feldlogiken, Berechtigungen je Niederlassung (wer sieht welche Kunden?). Genau das ist ein Einrichtungs- und Konsolidierungsprojekt, wie wir es regelmäßig umsetzen – inklusive Dublettenbereinigung und Rechtekonzept. Standort-Situation schildern, wir empfehlen Ihnen das passende Modell mit ehrlicher Kostenschätzung.